Licht und Wahrnehmung in der Fliegerei mit James Turrell

Konzeptionelle Arbeit
Umsetzungsarbeit, August 2002, MMK – Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main und Airport Gallery Frankfurt in Frankfurt am Main.  Galerie>>
Mit der Erfindung des Fliegens hat sich unser Verständnis von Raum und Zeit grundlegend verändert. Um den Luftraum zu bezwingen war es notwendig, Raum und Zeit auf mathematische Größen zu reduzieren, sie zu parzellieren, zu vermessen und zu linearisieren. Die größten Distanzen können im fliegenden Wechsel der Zeitzonen überwunden werden. Die Erde schrumpft zu einem Ball, auf dem sich sogar mehrere Sonnenaufgänge an einem einzigen Tag beobachten lassen. Der Menschheitstraum wird durch seine Erfüllung profanisiert, indem er die eigentlich verborgene Unendlichkeit des Himmels und des Seins in so scheinbare Nähe rückt. Wir suchen über den Wolken nicht mehr die himmlische Sphäre der Götter, sondern Zeitersparnis auf dem Weg zum Ziel. Dabei läuft der Mensch Gefahr, den inneren Bezug zu sich selbst als ein Teil des Universums aus dem Blick zu verlieren. Fehlt uns der Sinn für die Unendlichkeit, fehlt uns auch der Sinn für die Welt.
Das Licht des Himmels generiert die Dimensionen von Raum und Zeit. Dies gab mir den Anstoß eine Ausstellung zusammen mit James Turrell und seinen Werken für den Frankfurter Airport Gallery zu konzipieren. Den fragilen Lichtkunstwerken des amerikanischen Künstlers liegen seine Erfahrungen als Kartograph und passionierten Pilot zugrunde. Für die Projektierung seines zentralen Lebenswerkes – die Umgestaltung des erloschenen Vulkankraters Roden Crater in der Wüste Arizonas – nutzt er diese Erfahrungen. Der Blick nach unten auf die fragmentarisierte Welt ist eine wichtige Voraussetzung für die Gestaltung des Blicks aus den inneren Kammern des Kraters nach oben in die Weiten des Kosmos. Im Akt des Sehens führt er die Größe des Universums auf den Betrachter zurück, der sich selbst erkennend als Teil des Ganzen begreift.

Sich selbst als Teil des Ganzen zu begreifen ist ein zentrales Thema meines Kunstkonzeptes. Die Sensibilisierung der Wahrnehmung ist mittels interaktiven Installationen auf dieser Ausstellung angestrebt.


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